Wirtschaft und Gesellschaft


Der Mandlingpaß an der Grenze zwischen Salzburg und Steiermark erhielt im 17. Jahrhundert anstelle älterer Holzpalisaden eine starke Befestigung mit Mauern und Tor. Das Bild zeigt den stattlichen Torbau, in dem auch die Zöllner und Grenzwächter untergebracht waren, davor den zur Kontrolle der Fuhrwerke und Passanten eingerichteten Schranken. Besondere Bedeutung kam der Grenzkontrolle zu, wenn es galt, die Ausbreitung von Seuchen und Epidemien zu verhindern. Als in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die asiatische Cholera, damals als "morgenländische Brechruhr" bezeichnet, von Rußland über die Türkei und Ungarn bis nach Salzburg vordrang, wurde eine Grenzbesatzung unter einem Offizier nach Mandling verlegt, um die verschärften Kontrollen zu sichern.
Die Mandling, Lithographie um 1835, gezeichnet von Adolf Friedrich Kunike, lithographiert von Fr. Wolf
Heute sind von der Grenzbefestigung
, die über die gesamte Talbreite reichte, nur noch am nördlichen Berghang 2–3 Meter hohe Mauerreste erhalten. Eine intensive Erschließung des vorher von Slawen besiedelten Gebietes – der Name Mandling ist slawischen Ursprungs – wurde einerseits von den steirischen Markgrafen ennsaufwärts vorgetragen, andererseits vom Pongau aus durch die Salzburger Erzbischöfe und ihre wichtigsten Dienstmannen, die Herren von Gutrat. Um den Besitz zu sichern, wurde um 1080 in Salzburg eine Urkundenfälschung vorgenommen, die bereits den bis heute gültigen Grenzverlauf vom Rettenstein über die (Kalte) Mandling und den Forstaubach (Weißgaßbach) bis zur Steirischen Kalkspitze nennt.

Als diese Grenze durch Herzog Albrecht I. von Österreich bedroht schien, wurde 1275/84 durch Siedlungsverlegung die Stadt Radstadt gegründet, die 1289 Stadtrecht erhielt und 1296 einer Belagerung des Herzogs widerstand. Der Friede von Wien 1297 führte dann zur Anerkennung der Grenze am Mandlingpaß. Schwere Kämpfe spielten sich auch im Bauernkrieg 1526 bei Mandling ab, als die von Michael Gaismair geführten Aufständischen am 25. Juli einen Proviantkonvoi und die aus Radstadt entgegenziehenden Truppen überfielen und zersprengten. Die heute übliche Bezeichnung "Ennspongau" für das Radstädter Becken hat sich erst in der Neuzeit unter der erzbischöflichen Verwaltung eingebürgert.

Bildquelle: Die Mandling, Lithographie um 1835, gezeichnet von Adolf Friedrich Kunike, lithographiert von Fr. Wolf; Salzburger Museum C. A., Foto: Rupert Poschacher

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