Der Mandlingpaß an der Grenze zwischen Salzburg und Steiermark
erhielt im 17. Jahrhundert anstelle älterer Holzpalisaden eine
starke Befestigung mit Mauern und Tor. Das Bild zeigt den stattlichen
Torbau, in dem auch die Zöllner und Grenzwächter untergebracht
waren, davor den zur Kontrolle der Fuhrwerke und Passanten eingerichteten
Schranken. Besondere Bedeutung kam der Grenzkontrolle zu, wenn es
galt, die Ausbreitung von Seuchen und Epidemien zu verhindern. Als
in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die asiatische Cholera,
damals als "morgenländische Brechruhr" bezeichnet,
von Rußland über die Türkei und Ungarn bis nach Salzburg
vordrang, wurde eine Grenzbesatzung unter einem Offizier nach Mandling
verlegt, um die verschärften Kontrollen zu sichern.

Heute sind von der Grenzbefestigung, die über die gesamte
Talbreite reichte, nur noch am nördlichen Berghang 23 Meter
hohe Mauerreste erhalten. Eine intensive Erschließung des vorher
von Slawen besiedelten Gebietes der Name Mandling ist slawischen
Ursprungs wurde einerseits von den steirischen Markgrafen ennsaufwärts
vorgetragen, andererseits vom Pongau aus durch die Salzburger Erzbischöfe
und ihre wichtigsten Dienstmannen, die Herren von Gutrat. Um den Besitz
zu sichern, wurde um 1080 in Salzburg eine Urkundenfälschung
vorgenommen, die bereits den bis heute gültigen Grenzverlauf
vom Rettenstein über die (Kalte) Mandling und den Forstaubach
(Weißgaßbach) bis zur Steirischen Kalkspitze nennt.
Als
diese Grenze durch Herzog Albrecht I. von Österreich bedroht
schien, wurde 1275/84 durch Siedlungsverlegung die Stadt Radstadt
gegründet, die 1289 Stadtrecht erhielt und 1296 einer Belagerung
des Herzogs widerstand. Der Friede von Wien 1297 führte dann
zur Anerkennung der Grenze am Mandlingpaß. Schwere Kämpfe
spielten sich auch im Bauernkrieg 1526 bei Mandling ab, als die von
Michael Gaismair geführten Aufständischen am 25. Juli einen
Proviantkonvoi und die aus Radstadt entgegenziehenden Truppen überfielen
und zersprengten. Die heute übliche Bezeichnung "Ennspongau"
für das Radstädter Becken hat sich erst in der Neuzeit unter
der erzbischöflichen Verwaltung eingebürgert.
Bildquelle:
Die Mandling, Lithographie um 1835, gezeichnet von Adolf Friedrich Kunike,
lithographiert von Fr. Wolf; Salzburger Museum C. A., Foto: Rupert Poschacher