Denkwürdige Rennen


Grand Prix von Spa-Francorchamps 1956
Das Jahr 1956
stand im Zeichen eines Duells zwischen den beiden italienischen Traditions-Rennställen Ferrari und Maserati. Am 3. Juni 1956 fand auf dem Straßenkurs von Spa-Francorchamps der Grand Prix von Belgien statt.
Ferrari setzte seinen Seitentank-Wagen unter Fangio, Castellotti und Collins ein und gab zwei weitere Autos den Belgiern Frere und Pilette in die Hand.

Maserati erschien mit Moss, Behra, Perdisa und dem Spanier Godia Sales. Als einziger durchbrach Fangio im Training mit 203 km/h Schnitt auf dem 14,08-km-Straßenkurs die magische 200-km/h-"Schallmauer".

Nur 15 Rennwagen standen am Start. Auf nasser Straße katapultierte sich Stirling Moss sofort vor der Ferrari-Streitmacht Castellotti, Collins und Fangio an die Spitze. Moss nützte die gefährlichen Straßenbedingungen, um gegen die schnelleren Ferrari einen Vorsprung herauszufahren. Fangio freilich ließ seinen Mercedes-Teamkollegen aus dem Vorjahr nicht aus den Augen, er ging ein ähnliches Risiko ein wie Moss, und in der fünften Runde gelang es ihm, den Briten zu überholen. In der zehnten Runde brach am Moss-Maserati die Hinterachse, aber der Brite konnte den wild schleudernden Boliden unversehrt zum Stillstand bringen. Er lief zur Box und übernahm das Auto von Perdisa, der, an neunter Stelle liegend, reingewunken wurde. Moss startete sofort eine sensationelle Aufholjagd. Fangio führte vor Collins, doch in der 24. Runde rollte der Argentinier, in eine Rauchwolke gehüllt, aus: Motorschaden.

Die Frage war nun: Wird Fangio das Auto seines führenden Stallgefährten Peter Collins übernehmen? Er hätte als Nummer eins im Team das Recht dazu gehabt. Doch Fangio machte keinen Gebrauch davon. Peter Collins siegte mit 190,61 km/h Schnitt vor Paul Frere und dem großartigen Stirling Moss, der den Perdisa-Maserati noch auf Platz drei chauffierte und mit 199,57 km/h die schnellste Runde drehte. Collins kletterte nach dem zermürbenden 500-km-Grand-Prix so frisch aus dem Ferrari, als käme er von einem Nachmittagsausflug zurück.

Bildquelle: Archiv Maniago


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